KI-Rechenzentren in Deutschland und Europa: Wo Ihre KI rechnet
In Deutschland und Europa entstehen KI-Rechenzentren mit Zehntausenden Grafikprozessoren, vom Exascale-Rechner JUPITER bis zu kommerziellen Campus mit über einem Gigawatt. Der Ratgeber zeigt die Standorte auf zwei interaktiven Karten und erklärt, welche davon kleine und mittlere Unternehmen tatsächlich nutzen können.
· 7 Minuten Lesezeit · von Rainer Winkler
Wer im Betrieb KI einsetzt, nutzt Rechenleistung aus einem Rechenzentrum, meist ohne zu wissen, wo es steht. Seit 2025 entstehen in Deutschland und Europa eigene KI-Rechenzentren in schneller Folge: öffentliche Supercomputer mit Angeboten für Unternehmen, kommerzielle KI-Clouds europäischer Anbieter und neue Standorte der US-Hyperscaler. Dieser Ratgeber zeigt auf zwei Karten, welche Standorte es im Oktober 2026 gibt, und klärt, welche davon für Ihren Betrieb erreichbar sind und worauf es bei der Wahl des Standorts wirklich ankommt.
Kurz gesagt
- In Deutschland laufen im Oktober 2026 zwei große KI-Standorte: der Exascale-Rechner JUPITER in Jülich und die Industrial AI Cloud der Telekom in München mit rund 10.000 Grafikprozessoren. Die meisten weiteren Projekte gehen frühestens 2027 oder 2028 in Betrieb.
- Die größten kommerziellen Projekte Europas entstehen in Norwegen, Finnland, Frankreich und Portugal, mit mehreren hundert Megawatt bis über einem Gigawatt Anschlussleistung.
- Für kleine und mittlere Unternehmen sind vor allem die öffentlichen AI Factories interessant: Sie bieten Rechenzeit und Beratung, teils kostenlos.
- Ein Rechenzentrum in Deutschland allein sichert nicht die Kontrolle über Ihre Daten. Entscheidend ist, wer es betreibt und welchem Recht der Betreiber unterliegt.
Was ein KI-Rechenzentrum ausmacht
Ein KI-Rechenzentrum unterscheidet sich von einem klassischen Rechenzentrum vor allem durch die Rechentechnik: Statt vieler Prozessoren für Websites und Datenbanken arbeiten dort Tausende Grafikprozessoren (GPUs), die große Sprachmodelle trainieren und betreiben. Diese Technik braucht deutlich mehr Strom und Kühlung je Quadratmeter. Deshalb wird die Größe eines Standorts heute meist in Megawatt (MW) angegeben.
Für die Einordnung helfen vier Arten von Standorten:
| Art | Beispiele | Wer nutzt sie? |
|---|---|---|
| Öffentliche Supercomputer und AI Factories | JUPITER (Jülich), HammerHAI (Stuttgart), LUMI (Finnland) | Forschung, Start-ups, KMU, öffentliche Hand, Zugang meist über Antrag |
| Europäische KI-Clouds | Telekom Industrial AI Cloud, STACKIT Lübbenau, Mistral Compute, Nebius | Unternehmen, die Rechenleistung nach Bedarf buchen |
| Hyperscaler | Microsoft im Rheinischen Revier, Google in Dietzenbach | Kunden der Cloud-Plattformen Azure und Google Cloud |
| Anlagen für einzelne Großkunden | Nscale in Narvik und Sines für Microsoft | ein Abnehmer, kein offenes Angebot |
Vorsicht beim Vergleich von Kennzahlen: Rechenleistung wird in unterschiedlicher Genauigkeit angegeben. JUPITER erreicht im Linpack-Test, der mit hoher Genauigkeit rechnet, 1 ExaFLOP/s, bei der für KI üblichen Genauigkeit FP8 theoretisch über 40 ExaFLOP/s. Viele Betreiber nennen nur den höheren KI-Wert oder gar keinen. Auch Megawatt-Angaben sind nicht einheitlich: Manche meinen die Anschlussleistung des ganzen Geländes, andere die Leistungsaufnahme der Rechner.
KI-Rechenzentren in Deutschland
Der öffentliche Leuchtturm steht in Jülich: JUPITER ist seit September 2025 in Betrieb und stand im Juni 2026 auf Platz 5 der weltweiten TOP500-Liste. Kommerziell ist seit Februar 2026 die Industrial AI Cloud der Telekom in München am Netz, die Telekom hat bereits eine Verdopplung angekündigt.
Die meisten weiteren Standorte sind im Bau oder angekündigt. Schwarz Digits baut in Lübbenau für rund 11 Mrd. Euro ein KI-Rechenzentrum mit 200 MW, der erste Abschnitt soll Ende 2027 fertig sein. Die öffentlichen Rechner HammerHAI in Stuttgart und Blue Lion in Garching folgen 2027. Microsoft baut seit März 2026 im Rheinischen Revier, Google hat ein neues Rechenzentrum in Dietzenbach angekündigt. Beide begründen das mit KI, veröffentlichen aber weder GPU-Zahlen noch Leistung.
Nicht auf der Karte stehen die deutschen Bewerbungen um eine EU-AI-Gigafactory. Die Ausschreibung läuft bis zum 12. November 2026, ausgewählt wird Anfang 2027.
KI-Rechenzentren in Deutschland
Zehn Standorte mit nennenswerter KI-Rechenleistung, in Betrieb, im Bau oder angekündigt. Ein Klick auf einen Punkt zeigt Betreiber, Leistung, Stand und Quelle.
- Forschung und öffentliche Hand
- Kommerzieller Anbieter
- Hyperscaler
- Im Bau oder Ausbau
- Angekündigt
Alle 10 Standorte als Liste
Kommerzieller Anbieter · In Betrieb
Industrial AI Cloud
- Betreiber
- Deutsche Telekom (T-Systems), Rechenzentrumspartner Polarise
- Ort
- München, Bayern
- Leistung
- rund 10.000 NVIDIA-Blackwell-GPUs, bis zu 0,5 ExaFLOPS (Genauigkeit nicht angegeben)
- Inbetriebnahme
- 4. Februar 2026
- Stand
- Oktober 2026
KI-Cloud der Telekom für Industriekunden, Rechenleistung und Plattformdienste nach Bedarf buchbar. Im Juni 2026 kündigte die Telekom eine Verdopplung auf rund 20.000 GPUs an, ohne Termin.
Quelle: Deutsche Telekom, Medieninformation vom 04.02.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
JUPITER
- Betreiber
- Forschungszentrum Jülich, EuroHPC Joint Undertaking
- Ort
- Jülich, Nordrhein-Westfalen
- Leistung
- rund 24.000 NVIDIA GH200, 1,0 ExaFLOP/s Linpack (TOP500 Juni 2026: Platz 5)
- Inbetriebnahme
- eingeweiht 5. September 2025, AI Factory seit 1. November 2025
- Stand
- Oktober 2026
Europas erster Exascale-Supercomputer für Simulation und KI. Über die JUPITER AI Factory erhalten auch Start-ups und KMU Rechenzeit und Beratung.
Forschung und öffentliche Hand · Angekündigt
HammerHAI
- Betreiber
- Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS), EuroHPC
- Ort
- Stuttgart, Baden-Württemberg
- Leistung
- NVIDIA GB200 NVL4 von HPE, über 15 ExaFLOPS für KI-Inferenz (Herstellerangabe)
- Inbetriebnahme
- Anfang 2027 geplant (zuvor 2. Halbjahr 2026)
- Stand
- Oktober 2026
EU-geförderte AI Factory mit Schwerpunkt Ingenieurwesen, Fertigung und Mobilität. Das Beratungs- und Testangebot läuft seit 2025, der eigene KI-Supercomputer für 55 Mio. Euro folgt.
Quelle: HLRS, Meldung vom 21.10.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · Angekündigt
Blue Lion
- Betreiber
- Leibniz-Rechenzentrum (LRZ)
- Ort
- Garching bei München, Bayern
- Leistung
- NVIDIA Vera Rubin von HPE, rund 30-fache Leistung des Vorgängers SuperMUC-NG
- Inbetriebnahme
- 2027 geplant
- Stand
- Oktober 2026
Nächster Höchstleistungsrechner des LRZ für Simulation und KI, lüfterlos mit Warmwasser gekühlt. Kosten laut GTAI rund 250 Mio. Euro für Bau und erste Betriebsjahre.
Quelle: Leibniz-Rechenzentrum, Meldung vom 11.06.2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · Im Bau oder Ausbau
Lübbenau
- Betreiber
- Schwarz Digits (STACKIT)
- Ort
- Lübbenau/Spreewald, Brandenburg
- Leistung
- rund 200 MW Anschlussleistung, bis zu 100.000 GPUs im Endausbau möglich
- Inbetriebnahme
- erster Bauabschnitt bis Ende 2027 geplant
- Stand
- Oktober 2026
KI-Rechenzentrum der Schwarz Gruppe auf einem früheren Kraftwerksgelände, rund 11 Mrd. Euro ohne staatliche Förderung. Die Kapazität wird über STACKIT auch an externe Kunden vermarktet.
Quelle: Schwarz Digits, Pressemitteilung vom 17.11.2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · Angekündigt
Polarise Amberg
- Betreiber
- Polarise
- Ort
- Amberg (Unterallgäu), Bayern
- Leistung
- 30 MW zum Start, bis zu 120 MW möglich
- Inbetriebnahme
- Mitte 2027 geplant
- Stand
- Oktober 2026
Geplantes KI-Rechenzentrum im ehemaligen Kurzwellensender Wertachtal, weitgehend mit Solarstrom und Batteriespeichern versorgt. Im März 2026 standen die Genehmigungen noch aus.
Quelle: Polarise, Pressemitteilung vom 10.03.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Hyperscaler · Im Bau oder Ausbau
Microsoft Rheinisches Revier
- Betreiber
- Microsoft
- Ort
- Bergheim, Bedburg, Elsdorf, Grevenbroich, Nordrhein-Westfalen
- Leistung
- keine Angaben zu GPUs oder MW veröffentlicht
- Inbetriebnahme
- Teilbetrieb laut dpa möglicherweise 2028
- Stand
- Oktober 2026
Verbund von Cloud-Rechenzentren für Azure und rechenintensive KI-Anwendungen, Spatenstich in Bergheim im März 2026. Die 3,2 Mrd. Euro aus 2024 umfassen auch Frankfurt und Weiterbildung.
Quelle: Microsoft, Meldung vom 12.03.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Hyperscaler · Angekündigt
Google Dietzenbach
- Betreiber
- Ort
- Dietzenbach (Kreis Offenbach), Hessen
- Leistung
- keine Angaben zu GPUs, TPUs oder MW veröffentlicht
- Inbetriebnahme
- nicht veröffentlicht
- Stand
- Oktober 2026
Neues Cloud-Rechenzentrum als Teil eines Programms von 5,5 Mrd. Euro, das Google als Investition in KI-Infrastruktur bezeichnet. Die Abwärme soll mehr als 2.500 Haushalte versorgen.
Quelle: Google, Pressemitteilung vom 11.11.2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
fortytwo
- Betreiber
- hessian.AI
- Ort
- Darmstadt, Hessen
- Leistung
- 632 NVIDIA A100, rund 8 PetaFLOPS
- Inbetriebnahme
- 2023
- Stand
- Oktober 2026
KI-Supercomputer des hessischen KI-Zentrums im Green IT Cube der GSI. Über das KI-Servicezentrum hessian.AISC können auch Unternehmen Rechenzeit nutzen.
Quelle: hessian.AI, Infrastruktur, abgerufen 29.10.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · Im Bau oder Ausbau
Deneb
- Betreiber
- TU Dresden (ZIH)
- Ort
- Dresden, Sachsen
- Leistung
- 184 NVIDIA B200 in 46 Knoten
- Inbetriebnahme
- Nutzerbetrieb Ende 2026 geplant
- Stand
- Oktober 2026
Neuer Rechner der TU Dresden für Machine-Learning-Forschung, rund 9,4 Mio. Euro, finanziert über NHR und ScaDS.AI. Die Kühlung erfolgt zu 97 Prozent mit Warmwasser.
Quelle: TU Dresden, ZIH, Meldung vom 16.12.2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Die wichtigsten Standorte in Europa
Die größten kommerziellen Projekte entstehen außerhalb Deutschlands. In Narvik in Nordnorwegen baut Nscale einen Campus mit zunächst 230 MW, der ursprünglich als „Stargate Norway“ mit OpenAI angekündigt war. Seit OpenAI im April 2026 als Direktkunde ausgestiegen ist, ist Microsoft der Abnehmer. Bei Paris entsteht der Campus IA in Fouju mit 1,4 GW im Endausbau, Mistral AI ist erster Mieter. Dazu kommen Nebius in Finnland und der Start Campus im portugiesischen Sines.
Bei den öffentlichen Rechnern sind LUMI in Finnland, Leonardo in Bologna, Alps in der Schweiz und MareNostrum 5 in Barcelona die wichtigsten Standorte mit KI-Angebot. In Frankreich wird mit Alice Recoque der zweite europäische Exascale-Rechner nach JUPITER installiert.
Nicht jedes angekündigte Projekt kommt: Der Anbieter Fluidstack hat sich im März 2026 aus seinen Projekten in Frankreich zurückgezogen. Auf seinem Gelände in Bosquel wollen nun SoftBank und Sesterce bauen. Die EU will mit bis zu sieben AI Gigafactories nachlegen und erwartet dafür private Investitionen von mehr als 20 Mrd. Euro. Die ausgewählten Standorte sollen innerhalb von 18 Monaten nach der Auswahl in Betrieb gehen.
Wichtige KI-Rechenzentren in Europa
Große öffentliche Rechner und kommerzielle KI-Campus in Europa, dazu drei deutsche Standorte zur Einordnung. Ein Klick auf einen Punkt zeigt die Angaben.
- Forschung und öffentliche Hand
- Kommerzieller Anbieter
- Im Bau oder Ausbau
- Angekündigt
Alle 19 Standorte als Liste
Kommerzieller Anbieter · Im Bau oder Ausbau
Nscale Narvik
- Betreiber
- Nscale, Abnehmer Microsoft
- Ort
- Kvandal bei Narvik, Norwegen
- Leistung
- 230 MW erste Ausbaustufe, bis 520 MW; rund 52.000 NVIDIA GB300 (Vertrag Okt. 2025) und über 30.000 Vera Rubin (Lieferung 2027)
- Inbetriebnahme
- Rubin-Ausbau für Microsoft 2027, genauer Termin nicht veröffentlicht
- Stand
- Oktober 2026
Im Juli 2025 als „Stargate Norway“ mit OpenAI angekündigt. Nach dem Ausstieg von OpenAI als Direktkunde im April 2026 ist Microsoft der Abnehmer. Versorgung mit Wasserkraft.
Quelle: Techzine Global, 15.04.2026; Nscale, 15.10.2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · Im Bau oder Ausbau
Campus IA Fouju
- Betreiber
- Campus AI (MGX, Bpifrance, Mistral AI, NVIDIA)
- Ort
- Fouju bei Paris, Frankreich
- Leistung
- 1,4 GW im Endausbau; Mistral AI hat eine erste Phase von 96 MW gesichert
- Inbetriebnahme
- Betrieb ab 2028 angestrebt
- Stand
- Oktober 2026
Geplant als größter KI-Campus Europas. Seit Juni 2026 baut Eiffage das Umspannwerk und die gemeinsame Infrastruktur, die Rechenzentren selbst stehen noch nicht.
Quelle: Eiffage, Pressemitteilung vom 02.06.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
Alps
- Betreiber
- CSCS (ETH Zürich)
- Ort
- Lugano, Schweiz
- Leistung
- rund 10.752 NVIDIA GH200, 434,9 PetaFLOP/s Linpack (TOP500 Juni 2026: Platz 10)
- Inbetriebnahme
- eingeweiht 14. September 2024
- Stand
- Oktober 2026
Größter Forschungsrechner der Schweiz, ausdrücklich auch für KI genutzt. Auf Alps wurde das offene Schweizer Sprachmodell Apertus trainiert.
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
LUMI
- Betreiber
- CSC, EuroHPC Joint Undertaking
- Ort
- Kajaani, Finnland
- Leistung
- 11.912 AMD MI250X, 379,7 PetaFLOP/s; dazu LUMI-AI mit AMD MI430X für 387,8 Mio. Euro (Vertrag 31.08.2026)
- Inbetriebnahme
- LUMI seit 2022, LUMI-AI 2. Halbjahr 2027
- Stand
- Oktober 2026
Einer der größten Supercomputer Europas und Kern der LUMI AI Factory, die Start-ups und KMU Rechenzeit anbietet. LUMI-AI soll rund die zehnfache KI-Kapazität bringen.
Quelle: EuroHPC JU, Meldung vom 31.08.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
Leonardo / IT4LIA
- Betreiber
- CINECA, EuroHPC Joint Undertaking
- Ort
- Bologna, Italien
- Leistung
- Leonardo: 13.824 NVIDIA A100; KI-Partition LISA: 1.328 GPUs; neues IT4LIA-System mit NVIDIA GB200 NVL4 (290 Mio. Euro)
- Inbetriebnahme
- Leonardo seit 2022/2023, LISA eingeweiht 11.06.2026, IT4LIA-System ohne Termin
- Stand
- Oktober 2026
Wichtigster öffentlicher KI-Standort Italiens. Das 2026 beauftragte Blackwell-System der IT4LIA AI Factory richtet sich vor allem an Start-ups und KMU.
Quelle: EuroHPC JU, Meldung vom 11.06.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · In Betrieb
Nebius Mäntsälä
- Betreiber
- Nebius
- Ort
- Mäntsälä, Finnland
- Leistung
- bis zu 75 MW; nach Angaben von Nebius das erste produktive GB300-NVL72-System Europas
- Inbetriebnahme
- Erweiterung auf 75 MW Anfang 2026 abgeschlossen
- Stand
- Oktober 2026
Europäisches Stammrechenzentrum des GPU-Cloud-Anbieters Nebius aus Amsterdam. Die Abwärme fließt ins örtliche Fernwärmenetz.
Quelle: Nebius, Meldung vom 31.03.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · Angekündigt
Nebius Lappeenranta
- Betreiber
- Nebius
- Ort
- Lappeenranta, Finnland
- Leistung
- bis zu 310 MW, NVIDIA Blackwell und Vera Rubin
- Inbetriebnahme
- erste Kapazität für Kunden 2027
- Stand
- Oktober 2026
Im März 2026 angekündigte KI-Fabrik auf rund 40 Hektar mit geschlossener Flüssigkühlung und Abwärme für das Fernwärmenetz. Baufortschritt nicht veröffentlicht.
Quelle: Nebius, Meldung vom 31.03.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · In Betrieb
Start Campus Sines
- Betreiber
- Start Campus, GPU-Betrieb Nscale für Microsoft
- Ort
- Sines, Portugal
- Leistung
- 12.600 NVIDIA GB300, ab Ende 2027 über 66.000 Rubin; Campus bis 1,2 GW
- Inbetriebnahme
- erstes Gebäude seit Januar 2025, GB300 ab Q1 2026 geplant
- Stand
- Oktober 2026
KI-Campus an der Atlantikküste mit erneuerbarem Strom und Meerwasserkühlung. Ob die GB300 seit Anfang 2026 laufen, ist öffentlich nicht bestätigt.
Quelle: AICEP Portugal Global, 06.05.2026; Start Campus, 15.10.2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · Im Bau oder Ausbau
Alice Recoque
- Betreiber
- CEA/TGCC, EuroHPC Joint Undertaking
- Ort
- Bruyères-le-Châtel, Frankreich
- Leistung
- AMD MI430X, Ziel über 1 ExaFLOP/s Linpack bei unter 15 MW
- Inbetriebnahme
- Installation seit 2026, erste Forschende Ende 2027
- Stand
- Oktober 2026
Nach JUPITER der zweite europäische Exascale-Rechner und der erste in Frankreich, für Simulation und KI. Kosten 554 Mio. Euro einschließlich fünf Jahren Betrieb.
Quelle: GENCI, Meldung vom 18.11.2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · Im Bau oder Ausbau
Mistral Compute
- Betreiber
- Mistral AI (Gebäude: Eclairion)
- Ort
- Bruyères-le-Châtel, Frankreich
- Leistung
- rund 44 MW; rund 13.800 NVIDIA GB300 (nur Sekundärquellen)
- Inbetriebnahme
- Start für Q2 2026 angekündigt, voller Betrieb nicht bestätigt
- Stand
- Oktober 2026
Erstes eigenes Rechenzentrum von Mistral AI für Training und Inferenz, finanziert mit 830 Mio. US-Dollar Kredit. Die Kapazität wird als „Mistral Compute“ auch an Unternehmen vermarktet.
Quelle: TechCrunch, 30.03.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
Jean Zay
- Betreiber
- IDRIS (CNRS), GENCI
- Ort
- Orsay (Paris-Saclay), Frankreich
- Leistung
- 1.456 NVIDIA H100 neben älteren A100 und V100, 125,9 PetaFLOPS Spitzenleistung
- Inbetriebnahme
- seit 2019, H100-Erweiterung 2024
- Stand
- Oktober 2026
Zentraler öffentlicher KI-Rechner Frankreichs für Forschung und Start-ups. Deutlich kleiner als die neuen kommerziellen Standorte.
Quelle: CNRS, Pressemitteilung März 2024 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · Angekündigt
SoftBank/Sesterce Bosquel
- Betreiber
- Joint Venture SoftBank Group und Sesterce
- Ort
- Bosquel (Somme), Frankreich
- Leistung
- 1 GW geplant, keine Hardware genannt
- Inbetriebnahme
- kein Zeitplan veröffentlicht
- Stand
- Oktober 2026
KI-Campus auf dem Gelände, das zuvor Fluidstack vorgesehen hatte. Teil einer SoftBank-Zusage über 5 GW in Frankreich, bisher nur angekündigt.
Quelle: Sesterce, Meldung vom 01.06.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
Isambard-AI
- Betreiber
- Bristol Centre for Supercomputing, Universität Bristol
- Ort
- Bristol, Vereinigtes Königreich
- Leistung
- 5.448 NVIDIA GH200, 5 MW, rund 21 ExaFLOPS KI-Leistung (Herstellerangabe)
- Inbetriebnahme
- Juli 2025
- Stand
- Oktober 2026
Leistungsstärkster KI-Rechner Großbritanniens und Kern der nationalen AI Research Resource. Nach einem Jahr Betrieb knapp 4.000 Nutzer.
Quelle: University of Bristol, 29.07.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
MareNostrum 5
- Betreiber
- Barcelona Supercomputing Center, EuroHPC Joint Undertaking
- Ort
- Barcelona, Spanien
- Leistung
- 4.480 NVIDIA H100; KI-Erweiterung mit GB300 NVL72 und GB200 NVL4 für 129 Mio. Euro
- Inbetriebnahme
- seit 2023/2024, Erweiterung für 2026 geplant, Abschluss nicht bestätigt
- Stand
- Oktober 2026
Spaniens größter Supercomputer und Sitz einer der ersten EuroHPC AI Factories. Start-ups, KMU und öffentliche Stellen erhalten bis März 2028 kostenlosen Zugang.
Quelle: BSC, MareNostrum 5 Übersicht (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · Angekündigt
Mistral Borlänge
- Betreiber
- EcoDataCenter, Kapazität für Mistral AI
- Ort
- Borlänge, Schweden
- Leistung
- NVIDIA Vera Rubin, Anzahl nicht veröffentlicht
- Inbetriebnahme
- Eröffnung 2027 geplant
- Stand
- Oktober 2026
Erste Infrastrukturinvestition von Mistral AI außerhalb Frankreichs, 1,2 Mrd. Euro, auf dem Gelände einer früheren Papierfabrik mit erneuerbarer Energie.
Quelle: EcoDataCenter, Pressemitteilung vom 11.02.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
Gefion
- Betreiber
- Danish Centre for AI Innovation (Novo Nordisk Foundation, EIFO)
- Ort
- Großraum Kopenhagen, Dänemark
- Leistung
- 1.528 NVIDIA H100, Erweiterung mit DGX B300 ohne veröffentlichte Größe
- Inbetriebnahme
- Oktober 2024
- Stand
- Oktober 2026
Dänemarks erster KI-Supercomputer, finanziert von der Novo Nordisk Foundation. Schwerpunkte sind Wirkstoffforschung und eine souveräne Inferenzplattform.
Quelle: Novo Nordisk Fonden, 23.10.2024 (öffnet in einem neuen Fenster)
Forschung und öffentliche Hand · In Betrieb
JUPITER
- Betreiber
- Forschungszentrum Jülich, EuroHPC Joint Undertaking
- Ort
- Jülich, Deutschland
- Leistung
- rund 24.000 NVIDIA GH200, 1,0 ExaFLOP/s Linpack (TOP500 Juni 2026: Platz 5)
- Inbetriebnahme
- eingeweiht 5. September 2025
- Stand
- Oktober 2026
Europas erster Exascale-Supercomputer und Kern der JUPITER AI Factory.
Quelle: Forschungszentrum Jülich, 17.11.2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · In Betrieb
Industrial AI Cloud
- Betreiber
- Deutsche Telekom
- Ort
- München, Deutschland
- Leistung
- rund 10.000 NVIDIA-Blackwell-GPUs
- Inbetriebnahme
- 4. Februar 2026
- Stand
- Oktober 2026
KI-Cloud der Telekom für Industriekunden in München.
Quelle: Deutsche Telekom, 04.02.2026 (öffnet in einem neuen Fenster)
Kommerzieller Anbieter · Im Bau oder Ausbau
Lübbenau
- Betreiber
- Schwarz Digits (STACKIT)
- Ort
- Lübbenau, Deutschland
- Leistung
- rund 200 MW, bis zu 100.000 GPUs im Endausbau möglich
- Inbetriebnahme
- erster Bauabschnitt bis Ende 2027
- Stand
- Oktober 2026
KI-Rechenzentrum der Schwarz Gruppe für rund 11 Mrd. Euro.
Quelle: Schwarz Digits, 17.11.2025 (öffnet in einem neuen Fenster)
Was die neuen Standorte für Ihren Betrieb bedeuten
Öffentliche AI Factories: Rechenzeit und Beratung
Die von der EU geförderten AI Factories richten sich ausdrücklich auch an kleine und mittlere Unternehmen. Die JUPITER AI Factory in Jülich bietet Rechenzeit und Beratung für Start-ups, KMU und Industrie. Bei HammerHAI in Stuttgart ist der Zugang für berechtigte europäische Nutzer kostenlos, der Schwerpunkt liegt auf Ingenieurwesen und Fertigung. Die AI Factory in Barcelona gewährt Start-ups, KMU und öffentlichen Stellen bis März 2028 kostenlosen Zugang. Unsere Einschätzung: Das passt für ein abgegrenztes Projekt, etwa ein eigenes Modell mit Betriebsdaten anzupassen, nicht für den Dauerbetrieb einer Anwendung.
Europäische KI-Clouds: buchen wie gewohnt
Die Telekom vermietet Rechenleistung aus München nach Bedarf, STACKIT wird ab 2027 die Kapazität aus Lübbenau anbieten, Mistral AI vermarktet sein Rechenzentrum südlich von Paris als „Mistral Compute“. Für die meisten Betriebe läuft der Zugang aber nicht über gemietete Grafikprozessoren, sondern über KI-Dienste und Schnittstellen, die auf dieser Infrastruktur laufen. Fragen Sie Ihren Anbieter deshalb gezielt, in welchem Rechenzentrum Ihre Anfragen verarbeitet werden.
Hyperscaler in Deutschland: Standort ist nicht gleich Rechtsraum
Microsoft baut in Nordrhein-Westfalen, Google plant in Hessen. Das verkürzt Wege und hält Daten physisch in Deutschland. US-Anbieter unterliegen aber dem US CLOUD Act, nach dem sie Daten auf behördliche Anordnung herausgeben müssen, unabhängig davon, wo diese gespeichert sind. Das ist kein Grund, Hyperscaler auszuschließen. Es gehört aber in Ihre Datenschutz-Folgenabschätzung, besonders bei Personaldaten, Gesundheitsdaten und Betriebsgeheimnissen.
Lokale KI als Ergänzung
Für viele Aufgaben reicht ein kleineres Modell auf eigener Hardware, dann verlassen die Daten Ihr Haus gar nicht. Was das leistet und was es kostet, erklären unsere Ratgeber zu kleinen Sprachmodellen und zur passenden Hardware.
Kosten und Aufwand
Die Wege unterscheiden sich weniger im Preis als in der Art des Aufwands:
- AI Factory: keine oder geringe Kosten für die Rechenzeit, dafür ein Antrag mit Projektbeschreibung und eigenes Know-how, um Rechenaufträge auf einem Supercomputer vorzubereiten. Planen Sie dafür interne Zeit oder einen Partner ein.
- Europäische KI-Cloud: Abrechnung nach Nutzung, Vertrag mit einem europäischen Anbieter. Preise veröffentlichen die Anbieter je Modell und Tarif, sie ändern sich häufig. Einen Preisvergleich enthält dieser Ratgeber bewusst nicht.
- KI-Dienst eines Hyperscalers: meist der geringste Einrichtungsaufwand, wenn Sie die Plattform schon nutzen. Zusätzlicher Aufwand entsteht bei Datenschutzprüfung und Verträgen zur Auftragsverarbeitung.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg zu Ihren Daten und Anwendungen passt, unterstützt Sie unsere KI-Beratung bei der Auswahl.
Wann sich ein Rechenzentrum in Deutschland oder Europa lohnt
Ja, wenn Sie personenbezogene Daten, Gesundheitsdaten oder Betriebsgeheimnisse mit KI verarbeiten, wenn Kunden oder Branchenregeln einen Verarbeitungsort in der EU verlangen oder wenn Sie ein eigenes Modell mit Ihren Daten anpassen wollen. Dann lohnt der Blick auf europäische Betreiber und auf die AI Factories.
Eher nein, wenn Sie KI für allgemeine Texte, Recherchen oder Übersetzungen ohne vertrauliche Inhalte nutzen. Dann zählen Qualität und Preis des Modells mehr als der Standort des Rechenzentrums.
Mischbetrieb: Viele Betriebe fahren gut mit einer Aufteilung. Vertrauliches läuft über einen europäischen Anbieter oder lokal, Allgemeines über den günstigsten geeigneten Dienst.
Grenzen
Die Karten zeigen den Stand Oktober 2026. Zeitpläne verschieben sich häufig: HammerHAI sollte ursprünglich 2026 starten, jetzt Anfang 2027. Viele Betreiber veröffentlichen keine Angaben zu GPUs oder Megawatt, die Zahlen sind deshalb lückenhaft und nicht direkt vergleichbar. Aufgenommen haben wir Standorte mit nennenswerter KI-Rechenleistung, die in Betrieb, im Bau oder offiziell angekündigt sind. Reine Absichtserklärungen, Bewerbungen um EU-AI-Gigafactories und kleinere Forschungsrechner außerhalb Deutschlands fehlen. Preise für Rechenleistung vergleicht dieser Ratgeber nicht.
Quellen
- Deutsche Telekom: Deutschlands erste KI-Fabrik für die Industrie geht in München offiziell in Betrieb, 04.02.2026, telekom.com
- Forschungszentrum Jülich: Europe's First Supercomputer Reaches 1 ExaFLOP/s, 17.11.2025, fz-juelich.de
- TOP500: Liste vom Juni 2026, top500.org
- HLRS: HammerHAI Collaborates with NVIDIA Inception, 21.10.2026, hlrs.de
- HLRS: EuroHPC JU Signs Contract to Deploy AI Supercomputer HammerHAI, 16.03.2026, hlrs.de
- Schwarz Digits: Spatenstich in Lübbenau, 17.11.2025, presseportal.de
- Microsoft: Spatenstich für Rechenzentrums-Cluster in Nordrhein-Westfalen, 12.03.2026, news.microsoft.com
- Google: €5.5 Billion Investment in Germany, including AI Infrastructure, 11.11.2025, googlecloudpresscorner.com
- EuroHPC JU: EuroHPC Joint Undertaking launches AI Gigafactories call, 30.07.2026, eurohpc-ju.europa.eu
- EuroHPC JU: Contract to Deploy the LUMI-AI Supercomputer, 31.08.2026, eurohpc-ju.europa.eu
- Techzine Global: OpenAI scales back Stargate in Europe; Microsoft fills the gap, 15.04.2026, techzine.eu
- Eiffage: Campus AI enters the implementation phase, 02.06.2026, eiffage.com
- DatacenterDynamics: Fluidstack drops data center projects in France to focus on US, März 2026, datacenterdynamics.com
- ESA Phi-Lab NET Spain: BSC AI Factory, 2026, ieec.cat
- Fraunhofer IAIS: JUPITER AI Factory Brings Exascale Power to Business and Science, 12.03.2025, iais.fraunhofer.de
- US Code, 18 U.S.C. § 2713 (CLOUD Act): Required preservation and disclosure of communications and records, law.cornell.edu
- Alle weiteren Quellen je Standort stehen in den Kacheln der beiden Karten und in den verlinkten Lexikonbeiträgen.
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